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Offene Deutsche Einzelmeisterschaft der Schachspieler mit Behinderung 2025
Vom 19. bis 23. August 2025 fand in der Landessportschule Ruit (Ostfildern) ein ganz besonderes Turnier statt: die Offene Deutsche Einzelmeisterschaft für Schachspieler mit Behinderung.Offene Deutsche Einzelmeisterschaft der Schachspieler mit Behinderung 2025 – Mein Bericht
Vom 19. bis 23. August 2025 fand in der Landessportschule Ruit (Ostfildern) ein besonderes Turnier statt: die Offene Deutsche Einzelmeisterschaft für Schachspieler mit Behinderung.Veranstaltet wurde sie vom Schachverband Württemberg und dem Deutschen Schachbund. Für mich, Markus Lemcke, war es die erste Teilnahme. In diesem Artikel möchte ich meine Eindrücke schildern – von den Herausforderungen der Barrierefreiheit bis zu meinen Partien.
Was ist die Offene Deutsche Einzelmeisterschaft?
Dieses Turnier ist die offizielle Meisterschaft des Deutschen Schachbundes für Spielerinnen und Spieler mit einer anerkannten Behinderung.„Offen“ bedeutet: Alle Geschlechter spielen gemeinsam. Teilnahmeberechtigt ist, wer einen Schwerbehindertenausweis mit einem GdB von mindestens 50 besitzt und Mitglied in einem deutschen Schachverein ist.
Das Ziel: eine faire, inklusive Wettkampfumgebung schaffen und das Thema Inklusion im Schach sichtbarer machen.
Organisation & Austragungsort
- Schachverband Württemberg (SVW): Dachverband der Schachvereine im östlichen Baden-Württemberg.
- Deutscher Schachbund (DSB): Bundesweiter Verband, zuständig für nationale Turniere und die Vertretung Deutschlands international.
- Referent für Inklusion – Gert Schulz: kümmert sich um barrierefreie Strukturen.
- Landessportschule Ruit: modernes Sport- und Bildungszentrum. Für mich persönlich waren die langen Wege zwischen Unterkunft, Essen und Turniersaal allerdings eine Herausforderung.
Ein Großmeister als Turnierdirektor
Eine besondere Ehre: Großmeister Artur Jussupow leitete das Turnier. Er gehörte in den 80er/90er Jahren zu den besten Spielern der Welt, ist heute ein hochgeschätzter Trainer und Autor.Von ihm bekam ich eine persönliche Widmung in seinem Buch Tigersprung auf DWZ 2000 – ein Highlight für mich.
Meine Vorbereitung
- Körperlich: Krafttraining mit Hanteln, um Rückenschmerzen beim langen Sitzen vorzubeugen.
- Schachlich: Trainingsplan von GM Josefine Safarli, Schwerpunkt Französische Verteidigung.
- Zusätzlich: Training im „Stonewall-Aufbau“ (Holländisch) mit Jonathan Reichel – und dieser Aufbau brachte mir tatsächlich drei Siege im Turnier!
Ergebnisse und Partien
Alle Partien sind hier nachspielbar:
Ich selbst erreichte mit 3,5/7 Punkten den 13. Platz (von 24 Teilnehmern). Startplatz war Nr. 16, meine Performance entsprach 1840 DWZ – also deutlich über meiner tatsächlichen Zahl von 1711.
Mein Turnierverlauf
Runde 1: Manthe – Lemcke 0:1
Runde 2: Lemcke – Gerr ½ : ½
Runde 3: Lemcke – Oezden 0:1
Runde 4: Mekus – Lemcke 0:1
Runde 5: Lemcke – Bahr 0:1
Runde 6: Muench – Lemcke 0:1
Runde 7: Lemcke – Valean 0:1
Schlusstabelle (Top 15)
| Platz | Spieler | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Hans-Peter Hoeft | 6,0 |
| 2 | Adrian Becker | 5,5 |
| 3 | Karl-Heinz Scheerer | 5,0 |
| 4 | Michael Nentwig | 5,0 |
| 5 | Christian Böttcher | 4,5 |
| 6 | Heiko Bensch | 4,5 |
| 7 | Alexander Schmidt | 4,5 |
| 8 | Yalcin Oezden | 4,5 |
| 9 | Jürgen Mekus | 4,5 |
| 10 | Wolfgang Bahr | 4,0 |
| 11 | André Gerr | 4,0 |
| 12 | Marc Valean | 4,0 |
| 13 | Markus Lemcke | 3,5 |
| 14 | Klaus Mönch | 3,5 |
| 15 | Jürgen Manthe | 3,0 |
Gesamttabelle auf Chess-Results
Fazit
Mit Platz 13 von 24 habe ich mein Ziel erreicht – ein solides Ergebnis und einige schöne Siege. Besonders freut mich, dass meine Vorbereitung mit dem Stonewall-Aufbau gleich dreimal Erfolg brachte.
Für mich bleibt das Turnier ein großartiges Erlebnis – sportlich, menschlich und inklusiv.
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